Antifa – Was, Warum und Wieso

Aufklärung und auch ein Bekenntnis.

Da denke ich, als naiver Mensch, wir haben als Piraten schon alle großen Klippen intern umschifft und dann gibt es einen Eklat um eine Antifa Fahne auf einen Bundesparteitag.

Das Absurde ist nicht die Fahne, sondern der „Shitstorm“.

Menschen, die ich eh nicht lesen muss, da ich sie zum Großteil rückstandslos aus meiner Filterbubble entfernt habe, die aus einer zweifelhaften politischen Einstellung Bedenken gegenüber einer solchen Fahne haben, sind mir erst mal egal und sind nicht der Grund dieses Post.

Leider musste ich feststellen, dass auch wirklich tolle Menschen Vorurteile und Lügen glauben und sich aufhetzen lassen von den falschen Leuten.

Gleich am Anfang das Fazit des Textes: Eine Antifa-Fahne an einem Bundesparteitag ist nicht schlimmes, sondern etwas sehr gutes.

Ich hoffe, ich kann euch in den nächsten Zeilen davon überzeugen.

Antifa – Was bedeutet das überhaupt?
Im Großen im Ganzen ist es eine Abkürzung für Antifaschismus oder Antifaschistische Aktion. Mehr nicht.

Was machen die denn überhaupt?
Menschen, die sich unter dem Label Antifaschismus zusammenschließen, haben ein Ziel: Die Bekämpfung des Faschismus, in all seinen Ausprägungen. Das ist niemals etwas Schlechtes, sondern in dieser Welt leider immer noch eine Notwendigkeit.

Welche Menschen sind denn in dieser Gruppe?
Es gibt keine Gruppe „Antifa“. Die „Antifa“ an sich existiert nicht. Es gibt viele Gruppen und Menschen, die sich im Laufe der Geschichte dieses Label gegeben haben und nutzen. Diese können, aber müssen nicht etwas miteinander zu tun haben. Dass die ersten Antifaschistische Aktionen aus kommunistischen und sozialistischen Strömungen kamen, ist nichts schlimmes, denn viele unsere Ideen und Werte haben auch dort ihre Wurzeln. Heutzutage kann man die „Antifa“ und Antifaschisten nicht automatisch als Kommunisten oder Sozialisten bezeichnen. Viele sind es aber trotzdem.

Welche Methoden wenden sie an?

Es gibt Menschen, die behaupten, jedes Mittel ist Rech,t um Rassismus und Faschismus zu bekämpfen. Das kann richtig sein, wenn Faschisten, wie Anfang des letzten Jahrhundert, die Macht übernehmen und Menschen umbringen. In der Gegenwart ist aber Gewalt immer abzulehnen. Die wenigsten Menschen, die sich das Label „Antifa“ geben, üben Gewalt aus. Die das tun, schaden der Sache und gehören genauso bestraft wie jeder andere Gewalttäter. Aber Menschen, die aus Notwehr, weil sie oder andere von Faschisten mit oder ohne Uniform angegriffen werden, sich wehren, verdienen unsere Solidarität und nicht unsere Ablehnung.

Was bedeutet nun eine Antifa Fahne auf dem Bundesparteitag?

Es bedeutet, dass es Menschen in der Piratenpartei gibt, die sich aktiv gegen Faschismus und Rassismus innerhalb der Gesellschaft vorgehen und dieses Engagement auch bei den Piraten mit einbringen.

Und wie gesagt: Das ist gut so.

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16 Antworten zu Antifa – Was, Warum und Wieso

  1. dakiIIa schreibt:

    Auch hier wird wieder Antifa mit „gegen Nazis“ verwechselt. Durch die auch hier wieder legitimierte Gewalt „Aber Menschen, die aus Notwehr, weil sie oder andere von Faschisten mit oder ohne Uniform angegriffen werden, sich wehren, verdienen unsere Solidarität und nicht unsere Ablehnung.“
    Explizit zu nennen, dass „in uniform“ angreifen würde zeigt welche Krawall Ideologie hier dahinter steckt. Als nächstes kommt dann meist die Legitimation “ die hatten einen Helm auf und einen Wasserwerfer ums eck, also provozieren sie“.
    Gewalt ist abzulehnen, und nicht zu legitimieren. Den ein Begründen, dass Gewalt ja für die“gute Sache“ Ok ist, hatten wir genau da schon, was du angeblich bekämpfen willst.

    • Idahoe schreibt:

      Der Antifaschist bedingt den Faschist, ganz einfach. An Faschismus muß der Mensch GLAUBEN, damit er für den Gläubigen REAL wird.
      Gläubige verlieren nur dann ihren Glauben, wenn sie nicht mehr für diesen kämpfen können. Wer an seine eigene GUTE Sache glaubt, der benötig zwingend ein Feindbild, das das BÖSE darstellt.
      Die jeweiligen Feindbilder sind problemlos austauschbar. Das ist die Konsequenz, die unterkomplex denkende Menschen leider weit überfordert.
      Wer andere Menschen das Menschsein abspricht, wird auch künftig immer auf diesem Nivea arbeiten. Die Begriffe zur Begründung sind austauschbar, siehe Terrorismus.
      Es gibt nur GLAUBENSgemeinschaften, die sich ein Symbol, eine Farbe und ein Feindbild zur Identifikation geben.

  2. Arno schreibt:

    Menschen die sich gegen Faschismus einsetzen: finde ich sehr gut und unterstützenswert. Das aber mit allen Mitteln, eben auch gewalttätig, lehne ich ab. Der Zweck heiligt nicht die Mittel.

    Im übrigen will die Antifa deutlich mehr, als nur antifaschistisch zu sein.

    Einfach so undifferenziert offiziellen Support zu leisten geht einfach nicht.

  3. Gondrino schreibt:

    Das sehe ich ganz genauso. Der Kampf gegen Faschismus in jeder Form ist höchst ehrenwert. Die meisten, die sich jetzt über die Antifa aufregen und sie pauschal als Kommunisten diskreditieren, sollten sich mal fragen, was sie bisher selbst aktiv gegen Faschismus unternommen haben und ob die Diskreditierung der Antifa nicht mehr den Faschisten nützt als was einige Extreme in der Antifa der Demokratie schaden könnten.

  4. Hans Meiser schreibt:

    „Dass die ersten Antifaschistische Aktionen aus kommunistischen und sozialistischen Strömungen kamen, ist nichts schlimmes, denn viele unsere Ideen und Werte haben auch dort ihre Wurzeln.“

    Dieses „Es war ja nicht alles schlecht…“ kennt man doch auch von der anderen Seite. Was dort als verachtenswert angesehen wird, soll nun opportun sein?

  5. Bruno schreibt:

    Mich stört die Fahne dort ebenfalls. Der Grund ist schnell erklärt: Es handelt sich hierbei nicht um einen Teil der Piratenpartei. Hängt eine Pirantifa Fahne auf und alles ist ok. Wenn man aber deiner Argumentation folgt, dann müsste man genauso Greenpeace oder Amnesty International Fahnen aufhängen. Gegen die hat auch niemand von uns was. Die machen auch unfassbar wichtige Arbeit.
    Wenn man dieser Argumentation folgt, dann wird es irgendwann schwer werden festzustellen, ob es sich noch um eine Veranstaltung der Piratenpartei handelt.

  6. Klaus schreibt:

    Gewalt ist auch dann nicht in Ordnung, wenn sie von links kommt und sich gegen vorgeblich hehre Ziele richtet. Die (nach Deiner Meinung nicht existente) Antifa übt mit beständiger Regelmäßigkeit Gewalttagen im Rahmen von Demonstrationen im gesamten Land aus. Ich habe das bereits persönlich erlebt und bin deshalb nicht vom Gegenteil zu überzeugen. Es ist mir bei Gewalttätigkeiten auch egal, ob jemand anders angefangen hat. Ich wünsche keine Antifa-Flagge auf einem Bundesparteitag. Ich wünsche, das tippen und verbreiten zu können, ohne mit Fäkalworten bedacht zu werden.

  7. Viel interessanter als die Frage nach dem Für- und Wider einer Antifa-Fahne bei einem Bundesparteitag ist doch die Frage nach der Ursache des „Shitstorms“ auf Twitter. Innerhalb der Versammlung wurde von der Mehrheit der akkreditierten piraten die Fahne wohl kaum wahrgenommen. Auf Twitter diskutierten einige wenige – die Mehrheit von ihnen war wohl nicht einmal anwesend. Maßgeblich vorangetrieben wurde der „Shitstorm“ übrigens von @faz_donalphonso – ein bekannter Blogger der FAZ (seine abgesetzten Tweets von gestern sprechen Bände…).

    Fazit: zuwenig Streit und Shitstorm bei einem Piratenparteitag für meinen konservativen Blog? Kein Problem! Das kann man ja zum Glück selbst beeinflussen…

  8. schmiddie schreibt:

    Mich persönlich stört die Fahne sehr, weil eben mehr damit zum ausdruck gebracht wird als nur „hier setzen sich leute gegen nazis ein“. Sehr symbolträchtig versammelt sich hier eine Partei unter dieser Fahne, und jeder anwesende trägt allein durch seine Anwesenheit die Aussage der Fahne mit. In meine Augen sagt diese Fahne aber: Wir sind gegen jeden der nicht unsere Meinung/Ideologie mitträgt, jeden der es wagt unsere Arbeit zu kritisieren und wer Nazi ist bestimmen wir. Entweder du stimmst dem in blindem gehorsam zu oder du bist einer. Ich trage gerne vieles bei den Piraten mit, aber dieses infantile Geschrei und die selbst angedichtete Deutungshoheit derjenigen die sich bewusst unter dieser Flagge versammeln möchte ich nicht mittragen. Wenn ich die Antifa unterstützen wollen würde hätte ich reichlich Gelegenheit dazu. Ich muss meine Solidarität aber nicht aufgezwungen kriegen. Meine politischen Prioritäten liegen anders, ich kümmere mich gern um LGBTI-Belange, um Bürgerrechte, etc. Und ich halte eine ablehnende Haltung rechtem Gedankengut gegenüber in dieser Partei für eine absolute Selbstverständlichkeit. Die Fahne sagt viel viel mehr als nur „hier sind Leute gegen nazis“ – Sie sagt: „Vorsicht hier haben wir das sagen und wehe du kommst uns in die Quere“ Die Stigmatisierung von unreflektierten, bürgerlichen oder sonstwie kritischen, nichtlinken, ungebildeten, whatever, die von dieser Gruppe ausgeht möchte ich explizit nicht unterstützen. Da ich lieber andere, in meinen Augen konsruktivere und weniger infantile Gruppen unterstützen möchte und diese Antifa, welche sich glückselig unter diesem fähnchen versammelt eben nicht unterstützen möchte sehe ich mich eben durch diese Fahne in meinen Möglichkeiten zur partizipation eingeschränkt, da ich deren Aussagen allein durch meine Anwesenheit mittragen würde. So bleibt mir, wenn ich diesen Ansatz, diese Methode in der Arbeit gegen rechtes Gedankengut explizit nicht unterstützen möchte nichts anderes als der Versammlung fernzubleiben. Das finde ich schade, daher opponiere ich gegen dieses Fähnchen.

    • basaltpirat schreibt:

      … und wie ist das mit Deiner „selbst angedichteten Deutungshoheit“? Da hängt wortlos eine Fahne und DU und nur DU weißt natürlich, wofür diese Fahne steht und was die Piraten, die die Fahne dort aufgehängt damit ausdrücken wollen oder warum der Versammlungsleiter sie dort geduldet hat.

  9. Pingback: FDP und Piraten demontieren sich selbst | Alexander Dilger

  10. LieberPirat schreibt:

    Lieber Herr Kollege Jansen,
    die Einleitung hat mich schwer enttäuscht.
    Das war ziemlich rechtskonservativ-ausgrenzend und real antisemitisch.
    Formulierung wie „zweifelhaften politischen Einstellung“ hatte die stalinistische Stasi auch – und die war definitiv TOTalitaristisch, leider nicht unähnlich den Nazis.
    „Toll oder tot(schweigen)“ scheint das zu sagen.
    Meinst Du das echt ernst?

    • kollegejansen schreibt:

      Lieber Leser, normalerweise antworte ich auf keine Kommentare, da ich möchte das die Kommentarzeile für die Besucher meines Blogs ist. Ihr Vorwurf trifft mich aber hart ich kann ihn aber leider auch nicht nachvollziehen. Besonders nicht den Vorwurf des Antisemitismus. Bitte erläutern sie diese genauer weil es mir sonst nicht wirklich drauf eingehen kann.

      • LieberPirat schreibt:

        Hallo Meister, Danke Kommentar nicht gelöscht sondern sogar nachgefragt zu haben.
        Für mich sind Sie wie ein Neffe von Glotz, bzw. Organisator für DieFalken oder so – aber evtl. ist das falsch. Wayne.
        Ich hab mehrere Jahre Holocaust, Judentum, Politik,.. studiert – und als wöchentliche jüd. FreizeitBeschäftigung „Was ist jüdisch? Was ist Antisemitismus“ umfassende Erfahrung.
        Habe täglich drüber nachgedacht – und bin noch derselben Meinung. Ohne das auf die einzelnen Sätze genau auszubreiten (wäre 2 A4) sehe ich Antisemitismus durch 4 Kennezeichen (auch hier) gegeben:
        1. – Ausgrenzung: innerhalb einer Gruppe werden andere wegen ideologisch empfundener Unterschiede nicht für voll genommen (bis zur Aufklärung hatten Juden weniger Rechte)
        2. – AntiSCHMAtismus: dem anderen, der was sagen will, nicht zuHÖREN (Schma := höre)
        3. Aggressionismus: die Herangehensweise hat ganz schön viel „WiderWut“, da ist (fast) gewalttätiger GROLL zu spüren
        4. – Autodiktion: letztlich soll nur die eigene Meinung fast wie ein Diktat an die Leser gelten: „stimmt mir zu, oder ich blocke Euch“.
        Okay, und was hat das Ganze mit Juden zu tun?
        man kann es auch andersrum ausdrücken: Sie machen hier einen „totalitaristischen ZWEIseitigkeitsTotschlag“ – und rufen damit zur Jagd auf Dialog-nachfrage Leute auf, die ich persönlich auf mehreren Kontinenten doch recht deutlich als „jüdisch sozialisiert“ (siehe „Yentl“,..) erlebt habe.
        Verständnishilfe: evtl. in KZ-GedenkStätte Talmud lernen.. oder auf am.jüd.Touristen warten… und im DIALOG mit denen kapieren, warum Sie deren MIT-menschlichen Humanismus in der Einleitung plattmachen.

  11. Alex aka @_belze_ schreibt:

    Dort, wo manche Menschen eine Haltung besitzen, besitzen andere Menschen eine Flagge.

    Natürlich sind die Piraten eine antifaschistische Partei. Sogar die CDU ist eine antifaschistische Partei. So ziemlich alle Parteien in unserer Demokratie – bis auf die faschistischen – sind antifaschistische Parteien.

    Mehr ist zum „reviermarkieren“ und ach sind wir toll gedöhns dieser Fahnenfetischisten nichts anzumerken !

    Ansonsten hier ein schöner Blogpost zum Thema
    http://larsreineke.de/antifanarchosyndikalismussichdaskennen/

  12. Pingback: tadis Gedanken :: Antifaschist und doch nicht Antifa!

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