„Sexismus, Sex und Liebe“

Einen Titel zu finden für das, was ich heute versuche zu schreiben, ist schwer. Um was es geht? Um Sexismus, Sex und Liebe. Ok, ich glaube es hört sich jetzt erst mal interessanter und vielversprechender an, als es wirklich ist. Ich muss euch enttäuschen – das ist kein typischer „@KollegeJansen ist empört Blogpost“ und auch nicht wirklich hoch politisch.

Ich könnte viel über Sexismus schreiben und ich werde das sicher auch irgendwann tun, aber inspiriert hat mich eine Fehlinterpretation bzw. Auslegung des Begriffs Sexismus. Und dort geht es um Sex.

In der wichtigen Debatte um die alltägliche Diskriminierung von Frauen und alltäglichen sexuellen Übergriffen auf die selbigen, wird die Thematik immer wieder unbewusst oder sogar bewusst vermischt, durch Kritik an der Sexualisierung und der Selbstoptimierung.

Sexualisierung und Selbstoptimierung – Was ist das?

Unter Sexualisierung ist die schon lang bekannte Methode des „Sex sells“ im Marketing gemeint. Wurde sich früher an Tabus herangetastet, um irgendetwas zu verkaufen, gibt es in der heutigen Zeit fast keine Branche, wo uns nicht mindestens ein Wettbewerbsteilnehmer mit „Fleischbeschaung“ für seine Produkte umwirbt. Es sträubt mich dies in irgendeiner Weise mit Sex in Verbindung zu bringen, aber was dort Versucht wird zu bedienen, ist unser Sexualtrieb. Das kann man gut finden, muss man aber nicht. Denn zunächst hat Sex nichts mit Sexismus zu tun. Aber frei von Sexismus ist die Sexualisierung nicht.

Denn es ist ja nicht so, dass auf Videospielmessen oder Automagazinen beide Geschlechter in Bademoden ihre Körper präsentieren. Hier werden bewusst nur Frauen als Objekte, sogar noch viel schlimmer, als austauschbare Accessoires dargestellt und nur auf ihr Aussehen reduziert. Dass Menschen dort ein falsches Rollenbild vermittelt bekommen, muss ich nicht näher erläutern.

Unter Selbstoptimierung wird ein erkennbarer Trend der „heutigen“ Jugend benannt. Obwohl „heutige Jugend“ deutlich mehr Generationen in der Vergangenheit und Zukunft zusammenfasst, als nur Leute in meinem Alter. Denn alt werden und somit Verschleißspuren zeigen, will dort niemand.

Der perfekte Job, der perfekte Körper, der perfekte Partner… überall lesen, hören und sehen wir, wie das sogenannte „Optimum“ auszusehen hat. Und viele, fast alle, versuchen diesen Hirngespinsten hinterher zu jagen. Schlauer, besser, schöner als die anderen wollen wir sein und verbrennen uns beim sogenannten Wettbewerb um die besten Plätze. Kritik an diesen krankhaften Auswüchsen des „Raubtierkapitalismus“ ist berechtigt, aber mit Sexismus hat das erst mal nichts zu tun.

Aber auch in der Selbstoptimierung findet sich der Sexismus. Diesmal sogar für beide Geschlechter extrem. Denn allzu häufig wird einem erzählt, wie ein Mann oder eine Frau sein muss. Alte Stereotypen werden gefestigt und neue bzw. Remixe alter Stereotypen werden erschaffen. Darauf, dass Stereotypen schon immer ein Instrument der Diskriminierung waren, muss ich wahrscheinlich auch nicht näher eingehen.

Das mit der Politik

Bitte schreit nicht sofort Sexismus ohne die wirkliche Diskriminierung, die ihr dort vermutet, zu analysieren und wenn ihr dann schreit, benennt sie sofort direkt. Denn den Begriff Sexismus zu verwässern, durch Einbeziehen von anderen Thematiken, schadet der Debatte und den Opfern sexistischer Diskriminierung sehr. Wie es auch die Täter stärkt, wenn der Begriff inflationär genutzt wird des Begriffes, ohne den Beleg erbringen zu können, warum es sich um dieses oder jenes um Sexismus handelt. Schleichend desensibilisiert sich die Gesellschaft für dieses so wichtige Thema. Wir dürfen nicht aufhören dagegen zu kämpfen. Sexismus existiert – in der Gesellschaft, in der Politik und auch in unseren Köpfen.

Das mit der Liebe

Am Schluss noch etwas Persönliches:
Ja, wir wachsen auf mit dem genauen Bild des perfekten Partners. Welches Geschlecht, welches Aussehen, welches Alter, welcher Charakter, welches Verhalten. Alle Kriterien existieren mindestens schemenhaft in unserem Kopf. Aber ganz ehrlich: Wir bauen uns nur eigene Hürden auf den Weg zum glücklich sein – lassen wir doch den Scheiß.. Wie oft hat man aufgehört eine Bekanntschaft zu intensivieren, nicht weil es sich schlecht angefühlt hat, sondern nur wegen irgendwelchen Vorschriften, die man sich selbst oder die die Gesellschaft einem gemacht hat. Dabei sind Beziehungen und deren Entwicklungen so individuell, da sollte man sie nicht durch äussere Vorgaben einschränken lassen.
Liebe ist so etwas Schönes und wir sollten sie einfach öfters zulassen.

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Eine Antwort zu „Sexismus, Sex und Liebe“

  1. saraangelina schreibt:

    Guter Artikel, auch wenn ein paar Beispiele gut gewesen wären…
    um zu verstehen was du drunter verstehst und woher du diese Definitionen nimmst
    Lg @zoramonsterchen

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