Eine kleine Reise

Es ist Sonntagmittag und ich hocke nun endlich doch in meinem Zug der mich nach Hause bringen soll. Das endlich bezieht sich darauf dass dies die letzten Minuten gar nicht so klar war.

Ich finde ja nicht dass man so oft sehr auf die Deutsche Bahn schimpfen darf. Ich fahre regelmäßig weite Strecken und hatte immer nur wenige Probleme mit Verspätungen. Heute war es ein bisschen anders. Am Bonner HBF hieß es dieser Zug hält nicht in Hanau. Keine Ahnung warum es gesagt wurde aber scheinbar war es wichtig. Den es stand überall und bei jeder Gelegenheit wurde es erwähnt.

Dann schlief ich ein. Als ich Aufwachte war ich in Frankfurt und es hieß der Zug hält nun in Hanau UND in Aschaffenburg. Keine Ahnung ob er davor auch schon in Aschaffenburg halten sollte oder nicht. Mir war ja nur klar dass sie Hanau als Haltestelle vorher ausgeschlossen hatten.

Aber egal. Das erzeugte einfach eine Verspätung die aber durch warten meines Anschlusszuges in Würzburg ausgebügelt wurde.
Ok jetzt kennt ihr die Story aber darum geht es mir ja hier eigentlich gar nicht.
Ich wollte ein bisschen über meine Woche Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen schreiben die faktisch aus einer Woche Wahlkampf in Bonn bestand. Wer das geschehen über Twitter verfolgte bekam ja einiges davon mit.

Montag: Ich kam in Bonn an und fand es schön dass meine Erinnerungen an den HBF noch voll da waren. Die kleine Liebesgeschichte kann ich euch gern mal wann anders erzählen. Also ich hatte so schöne nostalgische Erinnerungen aber keinen Plan wo hin. Aber hey! Bonn ist cool und hat sogar eine Piratengeschäftstelle in der Münsterstraße 1a mit dem Namen: Bürgerbüro oder Umgangssprachlich Mia. Da kannst ja mal vorbeischauen und ein Bonner Piraten kennen lernen.

Tja nach einer kleinen Schnitzeljagd, die ich niemals bezwingen hätte können ohne meinen treuen Begleiter: Mein Smartphone, fand ich dann die miserabel ausgeschilderte #M1a.
War aber keiner da. Aber ok die Öffnungszeiten waren nur von 15-18 Uhr und es war 14 Uhr das konnte ja nicht klappen. Aber das lag eher daran das diese Öffnungszeiten nicht im Netz vorhanden waren geschweige denn überhaupt irgendein Hinweis zu dieser Geschäftsstelle.

Egal. Einfach mal ne Stunde totschlagen. Was bietet sich in einer Stadt an die man nicht kennt? Natürlich ein Mc Donalds. Eine Stunde freies Wlan. Was will man mehr. Man sollte nur nicht auf die Idee kommen dort zu Essen so wie ich. Das Essen beim Mäc ist eh nicht besonders gesund und schmackhaft aber das was ich bekam war mehr als scheußlich.
Aber Internet. UND das war erst mal das wichtigste. Bisschen auf Twitter und Mailingliste angekündigt das ich da war und gegen 15 Uhr dann wieder auf zum Büro.

Hmm… da war aber immer noch keiner. Also das Ding war dunkel. Aber hey vielleicht ist die Person die heute Dienst hat gerade in einen Nebenraum oder so verschwunden und es ist trotzdem auf.
Mal ausprobieren.

Es war wirklich offen aber kein Mensch war da geschweige ein anderes lebendes Wesen. Und das sollte ein Bürgerbüro sein? Dreckig, unaufgeräumt, keine aktuellen Flyer, überall lagen Unterlagen rum (Datenschutz??!?) und und und. Aber auch hier gab es Wlan. Vielleicht kein freies aber wenigstens konnte man den Wlanschlüssel ausfindig machen.

Nach einer halben Stunde blöd rumsitzen hielt ich es nicht mehr aus. Ich wollte doch Wahlkampf machen. Also kurz mal angeschaut wo heute ein Infostand sein sollte und los ging es Richtung Südstadt. Nach einer teuren Fahrt mit der Strassenbahn(@ die Bonner Piraten: Da solltet ihr was tun) war ich am Treffpunkt aber LEIDER allein. Kein Pirat zu sehen.
Es fing aber sowie so das Regnen an und somit wäre mindestens ab jetzt der Infostand eh gegessen. Also Mütze auf und dann zu Fuß wieder zurück zum offenstehenden Bürgerbüro.
Ihr seht mein Start war nicht allzu toll aber man muss die Bonner Piraten schon in den Schutz nehmen. War ja Ostermontag oder wie man das Ding nennt.

Es gab also genug Baustellen und ich nahm mir einfach die Raus die mir gleich am ersten Tag bewusst wurde: Die Geschäftsstelle. Ausgerüstet mit Schlüssel und Tatendrang nahm ich diese Aufgabe am Dienstag an.
Von sauber machen, dekorieren, Telefondienst, Bürger Ansprechpartner, Backoffice, Ausschilderung, Auskunft für Neupiraten und vieles mehr konnte ich mit Hilfe vieler Bonner Piraten die kleine Mia zu einer anständigen Wahlkampfzentrale/Bürgerbüro/Piratentreffpunkt machen und gab ihr auch gleich einen neuen Namen: Piratenbüro

Auch nach dieser Woche kann ich jeder Gliederung so eine Räumlichkeit empfehlen. Sie ist der Dreh und Angelpunkt jedes Wahlkampf und unendlich wichtig. Aber bitte lasst zu das es mehr als nur ein Arbeitsbüro ist. Es soll ein Bürgerbüro, Presseanlaufstelle, Backoffice, Lagerstätte, Piratentreffpunkt und einfach auch ein Ort sein wo man sich gerne aufhält und welcher zur Legendenbildung taugt.
Die Bonner Piraten werden auf jeden Fall diesen Wahlkampf rocken und ich bin mir sicher die Mia wird auch ein paar % dazu beitragen.

Bis zum nächsten Mal
Euer Jan.

UPDATE: Es tut mir Leid das dieser Text zu eindimensional und scheinbar zu selbstgerecht war. Natürlich war ich nicht der Messias (Uii eine Religion Metapher von einem Atheisten) der gekommen ist und die Kranken heilte. Im Großen und Ganzen haben ich nichts gemacht außer das ich gekommen bin und da war. Um das ein bisschen näher zu beschreiben: Dadurch das ich als Außenstehender mit ein wenig Erfahrung gekommen bin konnte ich ein paar Dinge sehen die nicht optimal gelaufen sind. Nicht weil ich so toll war sondern weil man Fehler bei sich gerne mal übersieht.
Auch muss man sagen das ein Bürgerbüro zu besetzen sehr schwierig ist da die meisten Menschen einfach arbeiten und nebenbei auch Familie und Freunde haben. Deswegen war das Beste was ich gemacht habe: da zu sein. Somit war das Büro für Neumitglieder, passive Piraten und interessierte Bürger den Großteil des Tages offen und nutzbar.
Durch die Faktoren ist natürlich ein bisschen Leben in die Mia gekommen und einige Piraten wurden motivierter. Dadurch wurde auch mehr gemacht als zuvor. Wie als hätte man einen kleinen Stein den Berg hinunter geworfen der eine Lawine auslöste.
Ich muss natürlich auch sagen das ich eine wunderschöne Woche in Bonn hatte in der ich viel lernte UND vor allem tolle Menschen kennen lernen bzw. wiedersehen durfte. Ob sie Sven, Suat, Eddie, Bernhard, Roland, Peter usw. hießen: Ich bin froh euch kennen gelernt zu haben und ich hoffe man sieht sich irgendwann wieder.
Ich hätte natürlich den oben stehen Text ändern können aber ich möchte hier nichts verstecken geschweige Fehler vertuschen. Es tut mir Leid wenn der Text falsch rübergekommen ist.

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Eine Antwort zu Eine kleine Reise

  1. rainbowcatcher1 schreibt:

    Ja, dieser Text stammt tatsächlich von einem Menschen der dem Größenwahn verfallen ist.
    Solltest du jemals wieder auf der Erde landen, kannst du dich gerne bei mir melden.
    In Selbstherrlichkeit amen!

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