Ein Bayer zum BGE

Warum ich als Bayer zum BGE schreibe?
Ok, erst mal gebe ich einen Fick auf meine Herkunft, aber das soll
in diesem Kontext mal egal sein.
Es kursieren Gerüchte, dass alle Bayern gegen das BGE seien.
Um irgendwelchen eingeschränkt denkenden Leuten den Wind aus den Segeln zu nehmen:
Das ist Bullshit! Allergrößter Schwachfug.

Niemand ist gegen das BGE, weil er aus der Region XYZ kommt. Genauso
wenig wie im Osten alle Nazis sind, Italiener nur Schwalben können, aber kein Fußball, oder Juden große Nasen haben.

Wo bin ich denn gelandet, wenn man wegen seiner Herkunft in eine Schublade gesteckt wird?
Es gibt Menschen, die auch innerhalb der Piratenpartei gegen das BGE sind
und das aus berechtigten Gründen. Nicht, weil in ihrer Heimat die Erde hügelig ist und alle unverständlich reden.
Die Kritiker des BGEs argumentieren meist sachlich und sprechen Schwachpunkte in den verschiedenen Versionen des Grundeinkommens an.

Die Verfechter des BGEs sollten lieber genauso sachlich auf diese Punkte eingehen
und nicht die Kritiker wegen ihrer Herkunft verunglimpfen.
Denn wenn die Schwachstellen nicht wahrgenommen und beseitigt werden, wird das nichts mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen.
So, da ich euer Weltbild jetzt eh schon zerstört habe, kann ich ja gleich weitermachen:
Ich habe für den Antrag gestimmt.
Tja, und ich war nicht der einzige Bayer.
Aber ich habe das nicht gemacht, weil ich Bayer bin oder aus anderen regional/nationalen Gründen, sondern aus einem ganz einfachen Grund:
Ich bin ein riesen Fan der Vision dahinter.
Lest das bitte genau, denn auch die Gegner des Grundeinkommens haben in den letzten Tagen gezeigt, dass sie das nicht wirklich tun.
Da steht: ich bin ein Fan der Vision. Ich bin kein Fan des Begriffs BGE.
Dahinter stecken so viele verschiedene Modelle, dass ich dazu gar nicht wirklich Stellung nehmen kann.
Aber dass es keine Vollbeschäftigung mehr geben kann und wird, muss doch jeder sehen.
Auch darf der Mensch nicht gezwungen werden sich kaputt zu arbeiten
unter undankbaren, unterbezahlten Bedingungen und unter großer körperlicher Abnutzung, nur damit er überleben kann.
Arbeitslose und Geringverdiener werden abfällig
betrachtet und als nicht vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft abgestempelt.
Ohne dass irgendjemand sich die Frage stellt, warum das so ist.
Das kann kein Pirat gut finden.

Und nun nochmal ein Paar Punkte an die Piraten, bei denen die Welt mit diesem Antrag unterging:
Was ist so falsch daran, hinter dieser Vision zu stehen?
Was ist so falsch daran, das alles von Experten durchrechnen zu lassen?
Und was zum Teufel ist so falsch daran, am Ende das Volk entscheiden zu lassen, ob ein BGE sinnvoll ist oder nicht?

Das BGE ist und kann nicht die Lösung unserer Probleme sein. Aber darüber zu diskutieren und die Idee weiter zu entwickeln kann dazu führen das die Welt ein Stück Gerechter wird.

So, ich muss jetzt aufhören, habe jetzt dann Uni. Und danach noch Piratenarbeit und Wasserwacht.
Ach ja und ich müsste noch ein paar Artikel für die Obdachlosenzeitung schreiben.
Alles für keinen einzigen Cent. Das mache ich, weil meine
Eltern mich finanzieren.
Ich würde das gleiche machen, wenn der Staat meine Finanzierung übernehmen würde.
Und wenn irgendwer behauptet, das wäre alles keine Arbeit der …
Tja, dem ist halt einfach nicht mehr zu helfen.
—————————————-
Update am 8.12.11:
Der Landesverband Bayern stellte die zweit größte Gruppe auf dem BPT: http://www.alexander-bock.eu/bpt-stats-2011.2.html

Der neuste Newsletter zum BPT des Landesverband Bayern:
http://piratenpartei-bayern.de/2011/12/08/nachbereitung-bpt11-2/

Kein Kommentar von mir dazu. Bildet euch eure eigene Meinung

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15 Antworten zu Ein Bayer zum BGE

  1. MistaBreed schreibt:

    Servus Jan, ich oute mich mal hier: Ich bin auch ein Fan der Vision! Alleine die Möglichkeiten, die sich dann daraus ergeben sind atemberaubend. Ich wurde letztens darauf angesprochen, dass das ja nicht OHNE WEITERES realisierbar wäre, worauf ich nur entgegnet habe, wer das denn behauptet hätte, also Wir Piraten schon mal nicht.
    Ich bin so froh, das wir dieses Thema angestossen haben und damit den Druck in der politischen Landschaft erhöhen, somit passen sich nicht die Piraten an die anderen Parteien an, das wird sogar andersrum laufen, die „etablierten“ Parteien (achso, sogar auch die FDP) werden sich mit der Zeit mehr an uns anpassen, da bin ich mir ziemlich sicher. Aber bis die das erkannt haben, naja, das ist ein anderes Thema. Was ich auch noch sagen wollte: Wie kann man denn der Ansicht sein, wegen des Anstosses der Diskussion aus der Partei austreten zu müssen? Das lässt sich nicht mit meinem Bild der Piratenpartei vereinbaren, also mir müsste doch grade jetzt das Bedürfniss, diese Diskussion mitzuführen wichtiger sein, als alles andere, grade um andere von meiner Meinung zu überzeugen, oder eben andersrum…
    Naja, aber muss ja auch jeder selber wissen, Piraten sind da nämlich tolerant, normalerweise zumindest…
    Gruß Thomas G.
    a.k.a. MistaBreed

  2. Spencer schreibt:

    Hi!

    Du schrobst: –> Was ist so falsch daran, hinter dieser Vision zu stehen?

    Nichts, aber Visionen sind nicht für eine pragmatische, sachliche und fundierte Politik tauglich – und das war bisher bei den Piraten üblich.

    Du schrobst: –> Was ist so falsch daran, das alles von Experten durchrechnen zu lassen?

    Es wurde bereist in zig verschiedenen Modellen durchgerechnet – und alle haben gezeigt, das es nicht geht. Warum noch ein mal?

    Du schrobst: –> Und was zum Teufel ist so falsch daran, am Ende das Volk entscheiden zu lassen, ob ein BGE sinnvoll ist oder nicht?

    Wenn man die Menschen darüber aufklärt, das es um nichts anderes als eine kompletten Umbau des Gesellschafts- und Wirtschaftssystems aus Ideellen Gründen geht: Nichts. Nur haben der Antrag und die Argumentationen in Offenbach gezeigt, das kein Interesse besteht über die Fakten zu reden – es wurde primär emotional und oberflächlich polemisiert.

    Abgesehen davon: Die Idee an sich klingt gut, aber sie wird sich nur mit denen in einem finanzierbaren Rahmen realisieren lassen die das auch wünschen – und alle anderen muss man zwingen.

    Zwang lehne ich ab.

    • tr4nt0r schreibt:

      „Es wurde bereist in zig verschiedenen Modellen durchgerechnet – und alle haben gezeigt, das es nicht geht. Warum noch ein mal?“

      Die Behauptung lässt sich recht einfach widerlegen, das Solidarische Bürgergeld, das Modell von Althaus, was ja eines der vielen Modelle unter dem gemeinsamen Begriff BGE darstellt, wurde von der Konrad-Adenauer-Stiftung in einer Studie durchgerechnet und man kam zum Schluss, dass es machbar wäre. Gibt sicher noch andere Studien, zu den anderen Modellen.

      • Spencer schreibt:

        Hi!

        Hm, Althaus ist doch CDU, oder? Und eine CDU-Stiftung sagt, dass das geht? Also mich würde das stutzig machen, auch ohne es zu lesen. Macht dich das nicht stutzig?

        Abgesehen wird dort sehr wohl mit Bedingungen gearbeitet – und sei es nur das Alter (Kinder/Rentner).

        Aber wie so oft wird hier etwas bedingungslos genannt was nicht bedingungslos ist, denn das Wort bedingungslos ist hier – wie in allen anderen Modelle die ich kenne – eine Mogelpackung. Aus mit unbekannten Gründen wird sich geweigert, von diesem Wort abzurücken und nennt Bedingungen einfach Voraussetzung – das ist Mogelei.

        Wer mit Mogelpackungen arbeitet den lehne ich grundsätzlich ab, egal wie gut eine Sache an sich ja wäre.

      • tr4nt0r schreibt:

        Das ist jetzt aber Wortklauberei, der Name hat sich nun mal so eingebürgert. Der Name steht für die Idee, nicht für ein bestimmtes Modell. Im Englischen heißt es Basic Income Grant, also Garantiertes Grundeinkommen, in anderen Sprachen, haben sich sicher andere Bezeichnungen eingebürgert, so what? Oder willst du jetzt wirklich auf Politikerneusprech setzen, so wie Quick Freeze Plus oder Mindestspeicherfrist statt VDS? Vielleicht sollten wir es Hartz4 Plus nennen? Sprache verändert sich durch ihre Benutzung, sie verändert sich ständig, auf einzelnen Begrifflichkeiten herumzureiten bringt nichts, beispiel gefällig? Wie hat sich die Bedeutung des Wortes Piraten in den letzten Jahren gewandelt? q.e.d.

        Alle Modelle haben AFAIK noch irgendwelche Schwachstellen, aber nur weil ein System noch nicht ausgereift ist, heisst es doch nicht, dass man nicht dran weiterentwickeln sollte. Liquid Feedback hat ja auch Schwachstellen, aber wir experimentieren damit, entwickeln es weiter, aber wir sagen net von vorn herein, das funktioniert net. Wir arbeiten solange weiter daran, bis alle Schwachstellen beseitigt sind, oder wir etwas besseres entwickelt haben. Genauso sollten wir auch die Idee die hinter dem BGE steht weiterentwickeln, solange bis wir was besseres gefunden haben.

      • Spencer schreibt:

        Hi!

        tr1ntor schrob: Oder willst du jetzt wirklich auf Politikerneusprech setzen, so wie Quick Freeze Plus oder Mindestspeicherfrist statt VDS?

        Nein, das Problem ist, das „Bedingungsloses Grundeinkommen“ selbst Neusprech ist, denn es ist nun mal nicht Bedingungslos – und wenn es die Bedingung ist, das man Mensch sein muss.

        Ok, also wenn man es „Garantiertes Basiseinkommen“ nennt dann wäre das – je nach Modell – wesentlich näher an dem, was es sein soll. Es wäre eben nicht mehr verfälschend und irreführend!

        Und niemand kommt auf die Idee, das jeder der grad dumm in der Gegend rumsteht Geld bekommt. Also auch keine Touristen, oder Neueinwohnende Zuzügler aus der EU, oder, oder, oder, …

        Spencer

      • tr4nt0r schreibt:

        Und du reitest schon wieder drauf rum. Können wir uns einfach drauf einigen, das Ding heißt nunmal so, es ist die geläufigste Bezeichnung, jeder weiß was gemeint ist (außer ein paar Trollen, die auf den genauen Wortlaut rumreiten), und wenn nicht, kann man ja bei Wikipedia nachschlagen. Da steht dann die Definition. Bedingungslos = ohne Gegenleistung. Die reine Existenz ist keine Leistung. Die Zugehörigkeit zur Solidargemeinschaft, von der man eine solidarische Leistung erhält ist auch keine Leistung, versteht sich aber eigentlich von selbst.

        Aber vielleicht solltest du statt auf etwas so trivialem, wie dem Namen herum zu kritisieren, doch mal einen konstruktiven und konkreten Vorschlag bringen, wie man das ganze verbessern könnte. Auf Vollbeschäftigung brauchen wir nicht zu setzen, das sollte denke ich inzwischen jedem klar sein, etwas anderes muss her, führt kein Weg dran vorbei.

    • Spencer schreibt:

      Man kann viele Dinge die unrealistisch oder falsch sind daran erkennen, das sie ein nettes Etikett angeklebt bekommen um sie positiv wirken zu lassen.

      Um mal einen weißen Mann zu zitieren: The basic tool for the manipulation of reality is the manipulation of words. If you can control the meaning of words, you can control the people who must use the words.

      Bedingungslos soll vordergründig suggerieren, das jeder zu jedem Zeitpunkt und ohne irgendwelche Beschränkungen etwas erhalten soll – dadurch schafft man eine positive Einstellung dem folgenden gegenüber, Es wird immer etwas gefordert, sei es Staatsangehörigkeit, ein Mensch zu sein oder sonst etwas.

      Dadurch das man versucht, das Wort Bedingungslos umzudefinieren und an die Stelle seiner Wortbedeutung das Wort „Voraussetzung“ zu setzen wird klar versucht, die Wahrnehmung zu manipulieren.

      Du kannst also noch so sehr mit dem Fuß aufstampfen und mich eine Troll nenne, dadurch wird das was du sagst auch nicht wahr.

  3. Marquis de Carabas schreibt:

    Ich mag mal den Helmut Schmidt zitieren: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“

    • didynamous schreibt:

      Ja, der alte Schmidt wird gerne rausgezogen. Ein Zitat, das auf den ersten Blick klug und lustig ist. Aber auf den zweiten Blick zeigt sich in genau dieser Sichtweise, was da falsch lief, in der „alten“ Politik – und warum die Piraten kommen müssen. Klar machen zum Ändern!

    • Le55ing schreibt:

      Das war Helmut Schmidt -.-

  4. aloa5 schreibt:

    Was ist so falsch daran, hinter dieser Vision zu stehen?

    Weil Visionen das bleiben sollten. Wer Visionen mit der Realität verwechselt hat ein Problem. Siehe von Euro bis „Steuersenkungspartei“ über „Krankenkassenreform“. Da kann man sich und auch den Rest der Welt ganz schön in die Bredoillie bringen.

    Was ist so falsch daran, das alles von Experten durchrechnen zu lassen?

    Das wurde schon hunderfach durchgerechnet.:
    http://logicorum.wordpress.com/2011/12/07/okonomische-betrachtung-des-bedingungslosen-grundeinkommens-i-die-finanzierung/
    http://logicorum.wordpress.com/2011/12/08/okonomische-betrachtung-des-bedingungslosen-grundeinkommens-ii-lohne-anreize-und-preise/

    Die Kritik daran ist so alt wie das Speenhamland gescheitert, so um die 200 Jahre.

    Grüße
    Otmar

  5. Michael S. schreibt:

    Wenn ich mir den Parteitag so anschaue und insbesondere die Diskussion um das BGE bin ich froh wieder ausgetreten zu sein. Ich kann und will mir den mitgliedsbeitrag nicht leisten!

    Ich bin Bedingungslos für ein grundeinkommen, jeder der dagegen spricht hat keine Ahnung vom leben (was man an so manchen redner auch gesehen hat) das 2/3 der weltbevolkerung hinnehmen mussen, oder ist selbst wohl nur glücklich nicht bedürftig zu sein – diese leute mussen wirklich die piraten verlassen ( passen gut zur cdu ) – so werde ich sie nicht wieder wählen, denn ändern werden DIESE Piraten sicher nix!

    Allein der energische widerstand lässt mich vermuten das bezahlte personen die Partei unterminieren wollen. Leider ist das aufgrund der fehlenden Leitung nicht weiter verwunderlich. Hatte man eine Persönlichkeit mit echten Überzeugungen Und dem Drang eine europäisch/globale Sache daraus zu machen populistisch weiter ausgenutzt, wäre sicher mehr passiert als so in 2009.

    Die Welt steht in Flammen und wir unterhalten uns über Nichtigkeiten, Es ist einfach nur ekelhaft zu sehen wie der Staatsapparat die Bedürftigen drangsaliert und denen die nicht damit umgehen wollen / können die Millionen hinterschmeissen (teilweise eiskalt kalkuliert) – und das Spiel läuft schon viel länger als die Jung Wähler alt sind. Wenn dann bitte Vetternwirtschaft offiziell und dann sind wir auch schon wieder in der roten Zone.

    • Spencer schreibt:

      Mit unkonkreten Forderungen und ohne Fakten sollte man keine Politik machen – das galt bisher auch bei den Piraten.

      Jetzt haben wir etwas beschlossen das völlig unkonkret ist und zu dem wir nicht mal bereit sind es selbst durchzurechnen. Das beste: Wir haben beschlossen das wir das machen lassen – logisch, die Peinlichkeit ein nicht funktionierendes Modell vorzulegen wollten wir/der Antragsstelle sich ersparen.

      Wir hätten auch beschließen könne das wir für den Weltfrieden sind weil das eine gute Idee ist und das wir, wenn wir mal im Bundestag sind, eine Kommission einsetzen wollen die prüft ob das geht.

      Ganz großes Tennis.

      Ach ja, und wenn du behauptest, jeder der andere Meinung ist hat keine Ahnung vom Leben hat (sprich; der ist einfach zu blöd) dann gehörst du zu genau den Spacken, die mit ihren beleidigenden Unterstellungen und ihrer Intoleranz den Konflikt angeheizt haben.

      Gut das du nicht mehr hier bis, davon haben wir schon genug.

  6. Pingback: Piratenpartei Oberpfalz – Gastbeitrag: Ein Bayer zum BGE

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