Träumen

Es scheint als würden alle schon schlafen. Geht es Luis durch den Kopf als er mit seinem schwarzen Audi A6 Kombi in seine Einfahrt fährt. Es ist doch wieder später geworden. War eigentlich gar nicht geplant.
Sein Auto kommt zum stehen und Luis dreht dem Motor den Saft aus. Er hält kurz Inne.
Nichts. Im Haus scheint niemand seine Ankunft mitbekommen zu haben. Er weiß nicht ob er traurig oder froh sein soll. Die stummen anklagenden Blicke die ihn so oft erwarteten.
Warum kommst du so spät? Du hast meine Aufführung verpasst. Was ist dir überhaupt Wichtig. Ich bin so lange in der Küche gestanden.
Er zieht den Schlüssel ab und steigt aus seinem Auto. Die kalte, klare Nacht Luft bläst wieder ein Stück Leben in ihn hinein. Genug Kraft um die Autotür zu schließen und sich zur Haustür zu schleppen.

Dort angekommen sucht er den Schlüssel. Welcher war es noch einmal. So viele Schlüssel.
Den für die Arbeit, den für den Briefkasten in der Arbeit, für den Firmenwagen, für das Büro, die Abstellkammer, den Saferaum, der für den Spint, aber der für die Haustür… wie sah er den noch mal aus.
War es der? Luis spürte pure Erleichterung als der Schlüssel beim ersten Versuch passte. Das Aufsperren und öffnen war dann nur noch eine Kleinigkeit.
Nichts zu hören. Nicht einmal der Hund.
Auf leisen Sohlen schleicht er den langen Gang entlang. Zwei Türen weiter steht er dann in der Küche. Eine schöne Küche ist es. Groß. Viel Platz zum Austoben.
Sie war leer. Keine Kochtöpfe standen herum. Kein dreckiges Geschirr.
Er öffnete den Kühlschrank. Voll war er bis oben. Aber nirgends ein her gerichteter Teller für die Mikrowelle. So wie früher.
Er hatte keinen Hunger. Aber er wusste er müsste was Essen. Da ein Riegel.
Luis ging immer noch in voller Montur und Müsliriegel in der Hand Richtung Wohnzimmer.
Die gute alte Couch. Er war müde aber er wollte nicht Hoch. Er könnte dabei Nicole wecken.
Schuld Gefühle plagten ihn. Warum hatte sie ihn nicht schon lange verlassen?
Er macht sich bequem und schaltet den Fernseher an. Nachrichten. Dort starben Menschen und da gab es wieder Tote. Zap. Titten. Zap. Schlagen sie sofort zu. So eine Pfanne haben sie noch nie erlebt. Zap. Titten. Zap. Welches Wort suchen wir.
Luis drückt noch einmal auf die Fernbedienung und es ist wieder ruhig. Dunkelheit umschließt ihn.
Nur das rote Lämpchen der Standby Funktion und der Mond der in das Zimmer scheint, durchbrechen die Dunkelheit.
Luis entfernt die silberne Verpackung des Riegels und beißt Lustlos in diesem hinein.
Hatte er alles richtig gemacht? War das seine Vorstellung von dem Leben?
Und wie würde morgen das Gespräch mit dem wichtigen Gesprächspartner verlaufen.
Wie viel Uhr ist es. Er kramt in seiner Jackentasche und findet sein Handy. 20 neue Emails.
„Morgen“ denkt sich Luis.
Er schließt die Augen und die Nacht nimmt ihn mit.


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