Warum wurde ich Pirat 2.0

Danke an alle die Gestern die Gedult gefunden hatten diesen Text zu überarbeiten.

Gestern war einer dieser Tage. Ihr wisst schon. So ein Tag in jungen Jahren, an dem man mit seinem Vater oder wahlweise mit seiner Mutter eine längere Autofahrt unternimmt und über Gott, das Leben und die eigene Zukunft redet. Nach längerem Hin und Her kamen wir schließlich auf das Kernthema dieser Unterhaltung. Meinen Traum, mich aktiv in die Politik einzumischen – als Mitglied der Piratenpartei. Ich denke, mein Vater ist stolz und er glaubt auch sicherlich an mich – aber eben nicht an meine Partei. Da er natürlich um meine Zukunft besorgt ist, stellte er mir gestern die entscheidende Frage: „Warum die Piraten? Bei den Grünen hättest Du doch viel mehr Chancen.“
Warum bin ich Pirat? Jeder in der Piratenpartei hat sich diese Frage sicher schon gestellt. Meine Antwort fiel vielleicht nicht ganz so aus, wie mein Vater es erwartet hätte.

Wir leben in einer Gesellschaft, welche von der von ihr gewählten Regierung und den Politikern eigentlich aller Parteien nicht ernst genommen wird. Sie entscheiden über die Köpfe der Bürger hinweg und schauen oft nur auf ihre eigenen Interessen oder die der unzähligen Lobbyisten. Der mündige Bürger wird nur bei Wahlen gebraucht und umgarnt. Sonst sind wir den regierenden Parteien egal. Themen wie Stuttgart 21 oder auch die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke sind wohl die zur Zeit aktuellsten – und auch besten – Beispiele für diese „beispiellose Verarsche“ des deutschen Volkes.
An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich auch schon einmal die Grünen gewählt habe, und zwar zur Europawahl 2009. Aber warum? Sie waren aus meiner damaligen Sicht wohl das geringste Übel. Es fühlte sich aber so falsch an, eine Partei zu wählen, nur weil sie nicht ganz so verdorben war wie die anderen mir bekannten Parteien. Dann stieß ich auf die Piratenpartei.

„Warum die Piratenpartei?“
Die Zahl der Nichtwähler steigt nicht dadurch, dass die Menschen kein Interesse mehr an Politik haben, sondern das Vertrauen in die Umsetzung durch die Parteien verloren haben. Jeder von uns sieht, wie gering der direkte Einfluss auf die Politik ist. Wir sehen, wie Politiker mit der Meinung des Volkes umgehen. Wenn wir dann auf die Straße gehen, um unsere Meinung laut zu vertreten, werden wir ausgelacht und niedergeknüppelt. Da verstehe ich die Resignation der Nichtwähler.
Die Piratenpartei sieht sich als das Sprachrohr der Bürger. Sie setzt sich dafür ein, dass unsere Demokratie mehr auf den Bürger zugeschnitten wird. Dass jeder von uns mehr Einfluss nehmen und auch mal sagen kann: „So nicht!“ Die Piratenpartei kämpft dafür, dass der Mensch wieder an die Demokratie glauben und sich aktiv an der Politik beteiligen kann. Deswegen fiel meine Wahl auf die Piratenpartei. Denn jammern kann jeder, aber ich wollte etwas verändern. Mit vielen anderen Menschen, die das ebenfalls wollen, arbeite ich nun genau daran, diese Veränderungen voranzubringen.

Nun sind wir wieder zurück im Auto in Richtung München. Es lief immer noch dieses Gespräch über die Zukunft, welches jeder von uns mal mit seinen Eltern geführt hat. Ich wusste die Antwort auf die Frage meines Vaters – schon die ganze Zeit:
„Papa, ich bin Pirat weil ich die Freiheit liebe und den Glauben an die Demokratie noch nicht verloren habe.“


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2 Antworten zu Warum wurde ich Pirat 2.0

  1. Suat schreibt:

    Klasse Text. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass du damit Gehör findest und einige nachvollziehen können, was du schilderst. Will die MZ das drucken?

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