Belanglos

Es war vor ca. 1 ½ Jahren da hatte ich eine Erkenntnis welches meine damalige Einstellung zum Leben komplett änderte.
2009 war das Jahr und ich glaube Oktober war der Monat. Ich war erst vor kurzen richtig alt geworden. Nämlich ganze 19 Jahre. Mein zweites Abschlussjahr lag mir bevor und somit, Gott sei Dank, nicht mein letztes.
Ich hatte eine wirklich geile Zeit in Zypern. Sonne, Meer, Freunde, Kultur und eine Menge Alkohol zeigten ihre Wirkung.
Davor habe ich fast zwei Jahre lang zwanghaft eine Freundin gesucht oder gleich mehrere und natürlich bin ich immer wieder dabei auf die Fresse geflogen. Es ging soweit das ich sogar richtig pessimistisch und depressiv wurde. Aber nach diesem Kurzurlaub mit der Abschlussklasse war mir die letzten Jahre einfach egal.
„Na und dann bin ich eben Single. Allein bin ich auf jeden Fall nicht!“ so lautete mein Fazit damals.
Auch der lange Flug, das umsteigen und die vielen Sicherheitskontrollen konnten meine gerade erst wiedergefundene Gute Laune nicht vermiesen. Ein betrunkener Passagier randalierte und überall standen Wärmekamaras damit niemand die Schweinegrippe, im wahrsten Sinne des Wortes, einflog.
Dass alles war mir einfach Scheiß egal.
Dann war es soweit.
Deutschland. Bayern. München. Flughafen.
Quasi so gut wie Zuhause.
Obwohl ich ein bisschen weh mutig war freute ich mich schon darauf.
Also stand ich da und wartete. Und wartete. Und wartete.
Alles zog an mir vor rüber. Nur mein Koffer nicht.
Meine innere Ruhe störte dies zunächst wenig aber als die auf ihr Gepäck wartenden Mitreisenden um mich herum immer weniger wurden beschlich mich doch ein ungutes Gefühl.
Deswegen suchte ich mir Gleichgesinnte und schloss mich einer Gruppe Mitschüler an.
Ein Wunder! Mein Koffer machte sich trotzdem keine Anstalten zu kommen und so dachte ich mir: „Naja. Dann unterhalte ich halt die anderen Mitglieder meiner Koffer Odyssee.“
Gesagt getan und ich redete belgangloses Zeug zu mir fast unbekannten Personen.
Aber da kam er. Der Koffer welcher alles veränderte. Nicht meiner. Das wäre ja viel zu schön um wahr zu sein. Nein es kam einfach ein riesen großer Koffer.
Ein riesen großer Koffer welcher der kleinsten in unseren Ungleichen Gruppe gehörte.
Ich konnte nicht mehr und musste lachen.
Streng genommen lachte ich sie ja aus. Aber sie war mir nicht böse. Sie lachte mit. Und das schönste war: Sie lachte mich an.
Aus diesem Lachen wurde die wohl schönste Zeit seid langen. Aus diesem Mädchen wurde meine Freundin.
Aber was hatte ich gelernt? Ganz einfach.
Stellt euch vor mein Koffer wäre sofort gekommen.
Meine letzten 1 ½ Jahre wären ganz anderes gelaufen. Ich hätte einfach ein anderes Leben gehabt. Nur dieser kleine Augenblick hatte alles ausgelöst. Nur dieser Koffer hatte alles verändert.
Heute konnte ich nicht schlafen.
Zypern ist schon lange her und ich bin schlussendlich im letzten Jahr meiner Schulkarriere. Aus meiner Freundin wurde meine Ex-Freundin und ich war wieder in dieser tristen Welt.
Mein Gehirn arbeite diese Nacht mal wieder ununterbrochen. Politik, das alte und neue Jahr, Familie, Freunde, und jeglicher Mist geisterten mir durch den Kopf. Ein bisschen Pessimismus flammte auf bis ich mich wieder an dieses Ereignis erinnerte.
Nun sitz ich da und schreibe während andere bald wieder zur Arbeit müssen. Ich muss morgen früh um 6 raus aber es ist egal.
Ich fand heute Nacht nämlich wieder die Erkenntnis von vergangenen Tagen.
Man darf den Kopf nicht hängen lassen, den jeder Augenblick kann es passieren und etwas völlig belangloses passiert. Etwas belangloses welches aber dein Leben verändert. Komplett!


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