Zukunftsängste

Seit ich wieder aus Berlin zurückgekommen bin stell ich mir immer wieder eine Frage. Wie wird meine Zukunft wohl ausschauen? Oft werde ich richtig Utopisch und träume von einer Karriere als Politiker, Schriftsteller und Journalist. Ich sehe mich als erfolgreichen Weltverbesserer, als liebender Ehemann und auch als verantwortungsbewussten Vater. Ich male mir aus dass ich trotzdem immer noch meine Junge spritzige Art behalten werde und nie engstirnig werde. Während diesen Tagträumen bin ich glücklich und die Welt ist schön. Doch leider ist sie das nicht, wie wir alle wissen. Meistens ist meine Antwort auf die Frage nach der Zukunft nicht die ich hören möchte.

Was ist wenn ich scheitere?

Wenn alles scheitert an was ich glaube und für was ich kämpfe?

Was ist wenn die Menschheit scheitert?

Auf die letzten zwei Fragen finde ich nie Antworten. Vielleicht weil ich jung bin und nicht glaube dass diese Szenarien irgendwann Realität werden. Ganz anders ist es bei meinen Selbstzweifeln. Ich sehe es vor meinen Augen. Wie ich vor den Trümmern meiner Träume stehe. Wie ich den Falschen Weg genommen habe oder auf dem richtigen abgestürzt bin. Nichts verändert und im eigenen Leben versagt. Allein. Als nichts. Kein Geld, keine Arbeit, keine Familie, keine Zukunft… nichts. Ja auch ich als Optimist, für den ich mich manchmal halte, habe Zukunftsängste.

Auch ich habe keinen Plan B. Ich fürchte ich besitze nicht einmal einen Plan A.

Ich habe mich schon mit vielen Jugendlichen meiner Generation unterhalten. Egal ob sie älter oder jünger sind, viele quält diese Frage. Sie haben diese Ängste von einer ungewissen Zukunft. Bei einigen sind diese sogar noch ausgeprägter als bei mir. Aber Warum?

Ist diese Welt wirklich so schlecht, dass wir, die Jugend keine Perspektive mehr sehen? Oder sind wir so verwöhnt um unser Glück nicht zu erfassen und zu nutzen?

Wüsste ich eine Antwort würde ich nicht so oft verzweifeln. Ich wüsste es gerne um den ganzen verängstigen Menschen ihre Angst zu nehmen. Mir meine Angst zu nehmen. Aber ich kann es nicht. Irgendwie denke ich sogar dass dies gut ist.

Denn durch diese Ängste entstehen Wünsche, Vorstellungen und schlussendlich Träume. Diese Träume sind wichtig für eine bessere Zukunft aber auch für uns selbst. Ein Spruch aus dem Buch „Die Graßharfe“ welchen ich hier nun frei zitiere, beschreibt dies sehr gut.

„Ein Mann welcher nicht träumt ist wie ein Mann der nicht schwitzt. Er sammelt eine Menge Gift in sich an.“

Seht ihr wie wichtig diese Träume, welche aus Ängsten entstehen, sind? Diese Träume bauen unser Zukunft auf. Sie verändern die Welt. Ob meine Träume die Zukunft verändern ist noch ungewiss. Meine eigene verändern sie aber auf jeden Fall.


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2 Antworten zu Zukunftsängste

  1. wolfgangp schreibt:

    Ich kann diese Ängste nachvollziehen. Geboren 1971 erlebte ich die 80er Jahre, in denen die Angst vor Atomkraft und einem 3. Weltkrieg, einer Eskalation des kalten Krieges ständig greifbar war.
    Als dann der Ostblock zusammen brach, erlebte diese No-Future Generation auf einmal einen kompletten Wandel. Das pessimistische Weltbild mit dem wir aufgewachsen sind, war nicht mehr present, und wir konnten in eine positive friedvolle Zukunft gehen.
    Sicher, nur 20 Jahre nach dem Ende des kalten Krieges sehen wir uns weltweit einem neuen „Feind“ gegenüber, dem eigenen Überwachungsstaat.
    Das Leben kennt kein Versagen, kein Scheitern – es kennt nur verschiedene Optionen. Du bist niemanden verantwortlich, ausser dir selbst, und es liegt an dir welche Ansprüche du an dich stellst.
    Die Welt zu rette im Alleingang – das haben nur ganz wenige geschafft, aber ein Teil der Rettung der Welt zu sein, ist ein Anfang.
    Vergiss aber bei all dem deine direktesten Bedürfnisse nicht. Eine glückliche Zukunft findet in deinem engsten Wahrnehmungskreis statt.
    Auch wenn ich manchmal pessimistisch in die Zukunft sehe, glaube ich dennoch daran, dass die Menschen nicht alles hinnehmen werden. Wir sind derzeit in einem politischen Umbruch, die Menschen gieren nach direkter Demokratie, wie uns die Vorgänge in Stuttgart gerade zeigen. Sie verabscheuen Gewalt, und sind im allgemeinen friedlich. Gute Voraussetzungen für eine glückliche individuelle Zukunft.

    Auch wenn du persönliche Ziele nicht verwirklichen kannst, so heißt das nicht versagt zu haben. Manchmal kommt es eben anders – und immer anders als man denkt 🙂

  2. Aleks A. schreibt:

    Versagen ist nur dann immanent, wenn man den Versuch nicht unternimmt, etwas zu tun.

    Etwas zu tun und damit zu scheitern – wenige Menschen werden von sich sagen können, sie wären nicht davon betroffen. Wichtig ist, aus dem Scheitern Lehren zu ziehen.

    Stell‘ dir einfach einen Plan auf, was du erreichen möchtest. In 1 Jahr, in 3 Jahren, in 10 Jahren, für dein Leben. Je näher der Plan ist, desto realistischer und konkreter solle er sein. Aber hab‘ kein Problem mit Zielen wie „Ich will die Weltherrschaft an mich reißen und lauter Bunnies um mich sammeln“ (Ah, ne warte, habe gerade aus meinem Plan vorgelesen).

    Träume sind erlaubt, weil sie uns den Ansporn geben, einen Schritt nach dem Anderen zu setzen.

    Und, was Wolfgang dir auf dem Weg gegeben hat.

    Du weisst, wie du mich erreichst.
    Aleks

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